Ringe herstellen: Das Abtrennen

Nach dem Wurmen des Drahtes folgt das Abtrennen der Ringe vom Wurm. Auch dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten vorzugehen. Als erstes stellt sich die Frage, ob man Ringe mit Überlappung zum Vernieten oder „nur“ zum Zusammenbiegen herstellen möchte. Die Vorgehensweise ist zwar im Prinzip die gleiche, allerdings spielt bei zusammengebogenen Ringen die Beschaffenheit der Schnittstelle eine wichtige Rolle. Die Schnittstellen müssen hier gut zusammen passen, damit das Geflecht nicht auseinander fliegt und es sollten keine scharfen Grate abstehen. Bei vernieteten Ringen wird nacher die Überlappung flach geschlagen, die Qualität der Schnittstelle ist also weniger bedeutend. Das Abtrennen kann mit einem Meißel, einer Säge oder einer Zange durchgeführt werden. Ich verwende eine Zange. Das finde ich einfacher und schneller zu handhaben als einen Meißel. Eine Säge ist keine gute Wahl. Man kann damit keine überlappenden Ringe abschneiden. Die Schnittstellen sind unpassend und haben oft abstehende Grate. Trotzdem sind Ringe, die man kaufen kann, oft gesägt. Die Maschinen dafür arbeiten vermutlich schneller oder sind einfacher zu bauen.

Meine Zange ist eine gewöhnliche Beißzange, die ich für diese Aufgabe modifiziert habe. Die Griffe habe ich für bessere Hebelwirkung mit Aluminiumrohren verlängert. Am Kopf der Zange habe ich an einer Seite etwa eine Drahtstärke dick weggeschliffen. Dazu habe ich eine elektrische Schleifscheibe zum Messerschleifen verwendet. Außerdem habe ich eine Drahtstärke von Rand entfernt runde Kerben in die Schneide gemacht. Diese Kerben habe ich sowohl gebohrt, als auch gefeilt. Beides funktioniert sehr schlecht, da die Schneide der Zange gehärtet ist. Man kommt so zwar zum Ziel, nutzt dabei aber unweigerlich auch das Werkzeug (Bohraufsatz/ kleine Rundfeile) ab. Für den normalen Hobby-Sarwürker ist das vermutlich trotzdem die praktikabelste Lösung. Würde man die Zange aber von vornherein als solche schmieden, könnte man diese Form ohne Weiteres im ungehärteten Zustand herausarbeiten. Die Einkerbungen und die Ausspaarung dienen dazu, dass die Zange die äußerste Drahtwindung unverändert lässt, dafür aber die zweitäußerste Windung durchtrennt. So kann man bequem überlappende Ringe abtrennen. Weil all die Schnitte an der gleichen Stelle der Zange durchgeführt werden, ist diese dort mittlerweile ein bisschen stumpf geworden und manchmal fällt ein Ring wie im Bild zu sehen nicht einfach ab. Dann greife ich ihn locker mit der Zange und knicke ihn an der Schittstelle, bis er abbricht.

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Senkrecht bzw. quer zum Draht abgetrennte Ringe

Der Schnitt erfolgt in diesem Fall parallel zum Wurm und senkrecht durch den Draht. Man kann aber auch parallel zum Wurm schräg durch den Draht schneiden, dann ist die Überlappung quasi hausgemacht. Das führe ich mit der unmodifizierten Seite der Zange durch, was allerdings etwas kniffelig ist. Je spitzer der Winkel ist, in dem man an die Zange ansetzt, um so mehr verformt man dabei den entstehenden Ring. Diese Verformung ist später sehr störend. Man kann solche verformten Ringe eigentlich direkt als Ausschuss betrachten, da später beim Flachschlagen der Überlappung die beiden Drahtenden von einander abrutschen werden und man höchstens mit viel Richten und etwas Glück dort mal eine Niete setzen kann. Das Problem bei diesem Vorgehen ist die gerade Schneidekante der Zange, während der Ring ja gewölbt ist. Das verformt unweigerlich den Ring. Bessere Ergebnisse könnte eine Zange erzielen, deren Schneidekante in der passenden Form gewölbt ist oder ein Meißel mit gewölbter Kante. Damit würde man dann in einer Spirale entlang des Wurms die Ringe abtrennen.

Wer die Ringe senkrecht zum Draht abknipst und mit einem guten Werkzeug eingeübt ist, braucht sich keine Sorgen um verformte Ringe zu machen. Allerdings ergeben die schräg abgeknipsten Ringe, wie ich finde, im fertigen Ring die bessere Form. Ihre Überlappung sieht nach dem Flachschlagen schön oval aus, wohingegen die senkrecht abgetrennten Ringe eine eher rechteckige Überlappung ergeben. Die leicht hervorstehenden Ecken dieser rechteckigen Überlappung könnten mit dem Geflecht getragene Kleidung beschädigen.

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Schneidemaschine von amandeis (youtube). Die Führungsschine, auf der der Wurm liegt, ist am oberen Hebel der Zange befestigt. Der Federdraht in der Mitte drückt den Wurm nach jedem Abtrennen von der Zange weg, damit der Ring runter fallen kann.

Statt mit der Zange in der Hand zu arbeiten, mag es Manchem bequemer erscheinen, diese fest am Tisch zu montieren. Das folgende Bild zeigt die praktische Ringknipsmaschine von Amandeis aus seinem Kettenhemdworkshop auf youtube. In dieser Ausführung ist sie für Ringe ohne Überlappung gebaut.

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