Bruche Thursfield

 

Material: Leinenstoff natur (185 g/qm), natürlichen Leinengarn, für den Bruchengürtel – schweres Leinen (650 g/qm)

 

Abbildung 1.1

In diesem Projekt entsteht eine lange Bruche, nach dem Vorbild aus der Maciejowski-Bibel (Abbildung 1.1). Für dieses Kleidungsstück gibt es zwei bekannte Schnittmuster, welche aber aufgrund der fehlenden Orginalfunde nicht belegt sind. Es handelt sich dabei um den Schnitt nach Purrucker und Thursfield. Ich habe mich für den zweiten entschieden, da bei diesem der unschlagbare Vorteil besteht, dass man im Schritt keine Nähte hat. Wie gesagt, sind die beiden Schnitte nicht belegt. Es ist auch möglich ein Stück Stoff lediglich nach oben um den Bauch zu wickeln. Dies ist jedoch eine Interpretationssache.

Am oberen Ende der Bruche trägt man einen „Bruchengürtel“, an dem die Beinlige befestigt werden oder, wie man an der oberen Abbildung erkennen kann, die Beine hochgebunden werden. Der Gürtel sollte aus waschbaren Material sein und eine Breite von ca. 2 cm bis 3 cm breit sein. Man kann auch eine Schnurr oder Strick verwenden. Dabei habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass er in die Hüften einschneidet. Optimaler Weise besteht der Gürtel aus einem gewebtem Band. Ich benutzte optional schweres Leinen, wie er für den Zeltbau verwendet wird.

Zu Beginn wird der Leinenstoff vorgewaschen (40 Grad) und im Anschluss gebügelt, so lässt er sich besser verarbeiten. Sollte man kein Bügeleisen zur Verfügung haben, kann der Stoff zum Trocknen aufgespannt werden.

Zum Aufzeichnen der Einzelteile wird der Leinenstoff auf einer großen Fläche ausgelegt (Abbildung 1.3). Dann zeichne ich die Teile mit Bleistift auf und schneide ihn zu.

Abbildung 1.2

 

Abbildung 1.3

Auf der Abbildung 1.3 sieht man die verwendeten Maße. Die Bruche soll später bis über die Knie gehen. Der Umfang am oberen Ende (Tunnelzug) soll 1,60 m betragen.

Im nächsten Schritt wird der Stoff der Bruche in der Mitte geteilt (Abb. 1.4), so dass die spätere Röhre, in der die Beine Platz finden, gebildet wird.

Abbildung 1.4

 

Abbildung 1.5

Auf Abbildung 1.5 habe ich die Abmessungen markiert, welche ich auf den Stoff übertragen habe. Zum Einen habe ich mir die Mitte markiert ( bei 90 cm) und von da aus jeweils nach rechts und links 20 cm eine weitere Markierung gesetzt. Diese 40 cm von der Vorderseite und die 40 cm von der Rückseite ergeben, mit den eingesetzten Dreiecken von jeweils 40 cm ,den gewünschten Gesamtumfang von ca. 1,60 m.

Im oberen Bild (Abb. 1.4) sieht man, dass ich angefangen habe die Beine im unteren Teil zu vernähen (20 cm). Ich stecke prinzipiell vorher alle Nähte, welche ich vernähe, vorher ab. Das verhindert, das verziehen des Stoffes. Außerdem werden die Nähte einfach sauberer. Des Weiteren markiere ich mir die Naht mit Bleistift, damit diese schön gerade wird. In meinem Fall verwende ich eine falsche Kappnaht.

Abbildung 1.6. Abgesteckte Naht.
Abbildung 1.7 Echte Kappnaht. Im Gegensatz zur falschen Kappnaht werden auf beiden Seiten drei Lagen Stoff vernäht.
Abbildung 1.8 Falsche Kappnaht. Auf einer Seite wird der Stoff vernäht und dann umgeschlagen, wodurch nur zwei Lagen Stoff zusammengenäht werden. Auf der anderen Seite werden dann drei Lagen Stoff vernäht.

 

Fortsetzung folgt………